
Ein wundervoller Beruf
Als Clown zusammen mit Kindern spielen, als Schauspieler in fantastische Welten eintauchen, als Geschichtenerfinder zusammen mit den Zuschauern Kreativität leben und erleben und als Theaterpädagoge den Mitmachenden Türen zum vielfältigeren Ausdruck der eigenen Persönlichkeit öffnen: Es ist ein wahrhaft wundervoller Beruf, den ich nach langer Suche entdeckt und ergriffen habe und nun schon seit vielen Jahren ausüben darf!
Wie es dazu kam
Voller Tatendrang konnte ich es in einer Winternacht 1972 kaum abwarten, auf die Welt zu kommen. Eine kleine Stadt in der Lüneburger Heide hatte ich mir dazu ausgesucht, in der ich eine wundervolle aber auch sehr arbeitsreiche Kindheit erleben durfte: Viel drehte sich um das große Handwerksunternehmen meiner Eltern und viel um unseren riesengroßen wunderschönen Garten.
In der Grundschule habe ich schließlich zum ersten Mal Bühnenluft geschnuppert: Jedes Jahr hat mein toller Klassenlehrer mit uns ein Theaterstück entwickelt. Und da ich zwar der kleinste war, aber die lauteste Stimme hatte (sehr zum Leidwesen meiner Mutter), durfte ich immer auch große Rollen spielen.
Doch war dieser Ausflug in die Theaterwelt mit der Grundschule auch schon wieder beendet. Mein Umfeld forderte „Praktischeres“ von mir. So lernte ich fleißig, machte 1991 mein Abitur und stellte einen Berufsweg in den Fußstapfen meines Vaters kaum in Frage: Ich wurde Großhandelskaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre, lernte dann sogar noch Dachdecker und arbeitete schließlich als Key-Account-Manager in einem Handelsunternehmen, um irgendwann das Management im elterlichen Betrieb zu übernehmen.
Doch soweit kam es nicht!
Im Sommer 1997 nutzte ich eine Lücke für die Verwirklichung eines meiner lang nur geträumten Träume: Ich studierte für ein Sommersemester Biologie in Nordfinnland. Einfach so. Das hat mir Raum zum Erleben neuer Eindrücke und zum Wahrnehmen innerer Bewegungen verschafft – und hatte nach und nach einen ganz neuen beruflichen Weg zur Folge.
Nach verschiedenen Anläufen und immer wieder sehr besonderen Erlebnissen und Eindrücken habe ich fünf Jahre später schließlich Nägel mit Köpfen gemacht: Von 2002 bis 2006 habe ich Theaterpädagogik im Hauptfach, Schauspiel und Sprechkunst im Nebenfach und vor allem auch Clownerie an der Theaterakademie in Stuttgart studiert. Seither entwickelt sich ein wundervoller Berufsweg mit einer ungeahnten Vielseitigkeit zwischen Kunst und Pädagogik. Und dabei sind mir natürlich sowohl die handwerklichen als auch die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von großem Nutzen.
Besser hätte es nicht kommen können!